Fledermäuse

Lautlos flattern die Fledermäuse durch den Nachthimmel. Ihre nächtliche Lebensweise bleibt uns meist verborgen. Dabei gäbe es viel Interessantes zu entdecken. Fledermäuse wechseln zum Beispiel öfter die Wohnung. Während sie im Sommer je nach Art auf großen Dachböden, in Baumhöhlen oder in kleinsten Ritzen hinter Baumrinde und Wandverschalungen den Tag
verschlafen, ziehen sie sich im Winter in frostfreie Höhlen oder ungestörte Keller zurück.

Im LIFE-Projekt standen vor allem zwei Fledermausarten des Waldes, das Große Mausohr und die Bechsteinfledermaus im Fokus. Beide Arten benötigen als Lebensgrundlage ausgedehnte Laubwälder.

Das Große Mausohr

Myotis myotis, FFH-Artencode 1324
 
Mausohr EM kGroßes Mausohr © Prof. Dr. Ewald Müller

Sie ist die häufigste und mit einer Spannweite von ca. 40 cm auch die größte Art bei uns. Im Sommer bildet sie in großen Dachstühlen alter Gebäude sogenannte Wochenstuben mit bis zu 1.000 Weibchen und Jungtieren. Die Männchen leben außerhalb der Paarungszeit meist einzeln. Ihre Winterquartiere bezieht diese Fledermausart in Stollen, Höhlen und alten Kellern. Mausohren jagen bevorzugt in offenen Wäldern. Hier greifen sie die Beute im langsamen Flug in Bodennähe oder direkt vom Boden.

 

Die Bechstein-Fledermaus

Myotis bechsteinii, FFH-Artencode 1323

Bechstein Wochenstube kWochenstube der Bechstein-Fledermaus © Prof. Dr. Ewald Müller

Diese mittelgroße Art mit ca. 25-30 cm Spannweite lebt in naturnahen Laub- und Mischwäldern mit Bächen und Lichtungen, aber auch in Parks und Streuobstwiesen mit reichem Altbaumbestand. Ihr Sommerquartier liegt in Baumhöhlen oder in Vogel- und Fledermauskästen. Hier wohnt sie in Gruppen von bis zu 50 Tieren und zieht ihre Jungen groß. Vermutlich überwintert sie auch in den dicken und alten Bäumen. Als wendiger Flieger jagt sie im Wald auch in dichterer Vegetation sehr geschickt nach Spinnen und Nachtfaltern.

Weitere Informationen

Echoortung

Die Fledermaus stößt im Flug kurze Rufe im für den Menschen nicht hörbaren Ultraschallbereich aus. Diese Töne werden von der Umgebung zu den hochempfindlichen Ohren... mehr erfahren zum Beitrag Echoortung

Übrigens...

Fledermäuse sind keine Mäuse oder Nagetiere, sondern zählen zur Familie der Fledertiere. Sie bekommen nur einmal im Jahr ein Junges, selten auch Zwillinge. Dies kompensieren sie mit einer Lebensdauer von bis zu 30 Jahren. Die Fledermaus senkt im Winter ihre Körpertemperatur bis knapp an den Gefrierpunkt ab, ohne Schaden zu nehmen. Sie kann aus diesem sogenannten Torpor jederzeit aufwachen, indem sie den Körper rasch wieder aufheizt. Dabei verbraucht die Fledermaus aber viel Energie, weshalb man sie im Winterquartier nicht stören darf.