UnkenpaarMREine Gelbbauchunke mit ihrem Nachwuchs   © Monika Rieger

Nähert man sich im Frühsommer auf einem sonnigen Feld- oder Waldweg einer Pfütze, so sieht man kleine schlammfarbene Froschlurche blitzschnell im trüben Wasser untertauchen – die Gelbbauchunken. Diese Amphibienart ist europaweit selten. Sie besitzt in Süddeutschland einen Verbreitungsschwerpunkt, dennoch steht sie auch bei uns auf der Roten Liste stark gefährdeter Arten. Das liegt daran, dass ihre natürlichen Lebensräume in unserer Kulturlandschaft selten geworden sind.

Die Gelbbauchunke besiedelt von Natur aus feuchte Auenbereiche, Waldränder und lichte Wälder. Dort findet sie geeignete Laich- und Aufenthaltsgewässer sowie Jagdhabitate und Winterquartiere. Zum Laichen und zur Jungenaufzucht suchen die Unken sonnige, vegationsfreie Pfützen auf, die im Sommer wieder austrocknen. Das hat durchaus seinen Sinn. In diesen temporären Gewässern können Fische und Libellenlarven als wichtigste Gegenspieler der Gelbbauchunke nicht überleben. Auch erwärmen sich die flachen Pfützen rasch, der Laich entwickelt sich hier schneller. Die Pfütze muss aber das Wasser so lange halten, bis die kleinen Unken fertig entwickelt sind.

Fehlen ihre natürlichen Lebensräume, müssen die Unken auf Kleinstgewässer in Steinbrüchen, Ton- und Sandgruben oder wassergefüllte Fahrspuren ausweichen. Diese Lebensräume sind stark vom Menschen beeinflusst und selten von Dauer. Als Pionierart ist die Gelbbauchunke jedoch in der Lage, sich rasch an wechselnde Bedingungen anzupassen und neu entstehende Lebensräume schnell zu besiedeln. Dazu braucht sie sogenannte „Trittsteine", die eine Wanderung zu den neuen Lebensräumen und einen Austausch zwischen den einzelnen Populationen ermöglichen.

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Maßnahmenpaket Gelbbauchunke

Lebensräume für die Gelbbauchunke an geeigneter Stelle und in ausreichender Zahl zu schaffen und zu erhalten, war Ziel des Projektes. Dazu bedarf es einer fachlich... mehr erfahren zum Beitrag Maßnahmenpaket Gelbbauchunke

Wieso ist der Bauch gelb?

Bei Gefahr reckt die Unke Arme und Beine nach oben und biegt ihren Körper kahnförmig durch, so dass man ihren namengebenden gelb-schwarz gefleckten Bauch sieht. Mit diesen auffallenden Warnfarben signalisiert sie ihren Fressfeinden, dass sie sich nicht als Beute eignet. Denn die Unke sondert über ihre warzige Haut ein schleimhautreizendes Sekret ab.

SchreckstellungHLGelbbauchunke in der Kahnstellung   © Hubert Laufer

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