Von den Mönchen des Zisterzienser Klosters Maulbronn wurden im Mittelalter über 20 Teiche angelegt, die durch Quellen und Niederschlagswasser gespeist wurden. Um das Wasser zu den
Teichen zu leiten, wurde ein weit verzweigtes Grabensystem angelegt. Teile davon sind heute noch in Funktion und Teil des Weltkulturerbes „Klosterlandschaft Maulbronn". Doch warum hatten sich die Mönche in Zeiten, als es noch keine Bagger gab, diese mühsame Arbeit gemacht? Sicherlich nicht, um für den seltenen Kammmolch neue Lebensräume zu schaffen. Wie so oft war die Sicherung der Nahrungsversorgung der Grund. Da die Mönche freitags und in Fastenzeiten kein Fleisch essen durften, betrieben sie eine umfangreiche Fischzucht. Denn Fisch galt damals nicht als Fleisch. Gleichzeitig nutzten die Mönche die Tatsache, dass mit dem Wasser auch Nährstoffe in die Teiche gelangten. Die Teiche wurden in mehrjährigem Abstand für die sogenannte Sömmerung abgelassen, um dann auf dem fruchtbaren Teichboden für ein Jahr Ackerbau zu betreiben.