Ein Schwerpunkt des Projektes lag auf der Wiederherstellung und Offenhaltung von Magerrasen und mageren Flachlandmähwiesen. Diese beiden Lebensraumtypen sind europaweit selten und gefährdet. Sie entstanden durch die landwirtschaftliche Nutzung früherer Zeiten, als noch weite Flächen mit Schafen beweidet oder zur Heugewinnung gemäht wurden. Bis in die heutige Zeit haben sich meist nur solche Flächen erhalten, die für eine intensivere Nutzung zu steinig und trocken, zu steil oder zu abgelegen sind. Doch die Nutzung dieser ertragsarmen Flächen lohnt sich in der Landwirtschaft nicht mehr, zu gering ist ihr Futterwert für moderne Hochleistungskühe. Die Folge: Die Flächen wachsen allmählich mit Büschen und Bäumen zu. Für viele spezialisierte Pflanzen und Tiere sind diese Wiesen jedoch lebenswichtig. Deshalb wurden die Gehölze aus den Flächen entfernt.

Warum heißt der Magerrasen Magerrasen?

Ein Magerrasen ist nicht etwa fettarm oder besonders dünn. Das Wort „mager“ bedeutet in der Fachsprache der Biologen und Ökologen nährstoffarm. Die Magerrasen wurden über Jahrhunderte nicht oder nur mit wenig Mist gedüngt. Durch die Beweidung wurden sogar noch Nährstoffe entzogen. Man darf sich hier deshalb keinen sattgrünen Golfrasen vorstellen, im Gegenteil, die Magerrasen sind meist eher bräunlich gefärbt. Ein Rasen ist im Vergleich zu einer Wiese jedoch niedriger, und das trifft hier zu. Auf dem nährstoffarmen Standort wachsen die Pflanzen eben nicht in den Himmel.

Was ist eine Magere Flachlandmähwiese?

Dieser Wiesentyp ist ein Traum aus Kindertagen – summende Bienen, zarte Schmetterlinge und bunte Blumensträuße mit Margeriten, Glockenblumen und Salbei. Auch diese Wiese ist noch relativ nährstoffarm, auch wenn sie etwas gedüngt wird. Der Boden kann trocken oder feucht sein. Traditionell werden diese Wiesen im Mai und nochmal im Sommer zur Heugewinnung gemäht, manchmal erfolgt noch eine Beweidung im Herbst. Bei einer Düngung mit Gülle nehmen die hohen Gräser überhand und die Blumen verschwinden. Das ist profitabler für die Landwirtschaft, aber schlecht für die Bienen und Schmetterlinge - und für die Kinder, die keine bunten Sträuße mehr pflücken können.

MagerwieseBTMagere Flachlandmähwiese in voller Blüte   © Bertram Till

 

Wer schellt in der Küche?

Pulsatilla Rieger

Eine typische Pflanze der Magerrasen ist die sogenannte Küchenschelle. Doch wie kam diese pelzverbrämte Schönheit zu ihrem Namen? Das Wort "Schelle" bedeutet Glocke, was auf die Form der Blüten hinweist. Aber wieso Küche? Dieser Teil des Pflanzennamens leitet sich von der Kuh her, die in der Verkleinerung Kühchen heißt. Im Laufe der Zeit ging ein h verloren.