Im Rahmen des Projektes wurde die Wasserversorgung des Roßweiher bei Maulbronn stabilisiert. Als sogenannter Himmelsteich ohne natürlichen Zufluss lebt er ausschließlich vom Niederschlagswasser, dass ihm über viele kleine Gräben aus dem nahegelegenen Wald zugeführt wird. Diese in historischer Zeit angelegten Gräben waren im Laufe der Zeit zugewachsen, verschüttet oder in andere Gräben abgeleitet worden, so dass dem Roßweiher vor allem in Trockenperioden zu schnell das Wasser ausging. Das ist schlecht für die wasserbewohnenden Tierarten im See, wie z.B. den Kammmolch. Im Projekt wurde das alte Grabensystem wieder hergestellt, damit der Roßweiher immer genug Wasser bekommt.

Als zweiter Maßnahmenteil wurde ein neuer, 1.200 Quadratmeter großer Teich bei Ötisheim angelegt. Auch das dient der Stabilisierung, Vernetzung und Erweiterung der im Bereich Ötisheim - Maulbronn vorkommenden Kammmolch-Population. Der Molch benötigt fischfreie Gewässer mit reicher Unterwasservegetation. Damit diese Vegetation zeitnah entstehen kann, wurde der zukünftige Teich mit samenhaltigem Schlamm aus dem Roßweiher "geimpft". Zugleich wurden durch diesen Samentransfer die landesweit bedrohten Teichbodengesellschaften (siehe Infobox rechts) mit verbreitet. Da auch der neu angelegte Teich als zuflussloser Teich von den natürlichen Niederschlägen abhängt, wird es immer wieder Perioden geben, in denen Uferbereiche trocken fallen und so der Teichbodengesellschaft einen Lebensraum bieten.

Teich OetisheimDer neue Teich nahe Ötisheim bei seiner Einweihung, April 2016 © Monika  Rieger

Teichbodengesellschaft

Von der Teichwirtschaft der Mönche mit wechselndem Aufstau und Ablassen des Wassers profitierte nebenbei auch eine sehr seltene Pflanzengemeinschaft, die sogenannte Teichbodengesellschaft. Sie überdauert die „nassen" Jahre als Samen am Teichgrund, um dann beim Trockenfallen des Teichs flugs auszukeimen und zu blühen. Wenn das Wasser dann zurückkommt, ist bereits neuer Samen gereift und wartet auf seinen nächsten Auftritt.

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